Taufkirchen an der Pram feierte Markterhebung und 850-Jahr-Jubiläum

Taufkirchen an der Pram feierte Markterhebung und 850-Jahr-Jubiläum


Ganz Taufkirchen war am Pfingstsonntag auf den Beinen, als der Ort die Erhebung zur Marktgemeinde und zugleich sein 850-jähriges Bestehen feierte.
 
Schon beim Festgottesdienst, bei dem der Kirchenchor die „Taufkirchner Festmesse“ aufführte, war die Pfarrkirche zum Bersten voll. Dieser gewaltige Andrang setzte sich am Gemeindeplatz fort, auf dem das weitere Festprogramm abgewickelt wurde.
 
Nicht nur das Wetter war Anlass zur Freude, vor allem ist dies die stete Aufwärtsentwicklung des Ortes, die aus einem rein landwirtschaftlich geprägten Dorf ein Gewerbezentrum und eine lebens- und liebenswerte Wohngemeinde werden ließ.
 
So bieten derzeit 80 Gewerbebetriebe, darunter international und national tätige Firmen, annähernd 1.000 Menschen in der Gemeinde Arbeit. Landwirtschaftliche Unternehmen sind noch 90 aktiv. Es gibt eine funktionierende Nahversorgung, das Wasserleitungs-, Abwasser- und Straßennetz sind gut ausgebaut und auch die ärztliche Versorgung ist ausreichend.
 
Ebenso lässt das vielfältige Bildungs- und Kulturangebot kaum Wünsche offen. Kindergarten, Volks-, Haupt- und Musikschule sind in modernen, bestens ausgestatteten Gebäuden untergebracht. Vier Museen geben Einblick in die verschiedensten Sachbereiche, vom Radiomuseum über das Handwerksmuseum und das Bilger-Breustedt-Haus bis hin zum Schulmuseum, einem „Novum“ im ganzen Land.
 
Schließlich sorgen 40 Vereine dafür, dass den knapp 3.000 Einwohnern, die in 38 Ortschaften und in 830 Häusern leben, ein umfangreiches Freizeitangebot auf kulturellem und auf sportlichem Gebiet zur Verfügung steht.
 
Voll Freude und Stolz nahm Bürgermeister Josef Gruber aus den Händen von Landtagspräsidenten Friedrich Bernhofer, der in Vertretung des Landeshauptmannes erschienen war, in Anwesenheit zahlreicher Prominenz die Markterhebungsurkunde entgegen. Er lobte dabei besonders das gute Klima in der Gemeindestube und das konfliktfreie Zusammenleben in der Gemeinde.
 
Im anschließenden Programm, das von Thomas Hölzl moderiert wurde, gab es Gesangs-, Tanz- und Sportvorführungen mehrerer Gruppierungen, auch die Taufkirchner Tracht wurde vorgestellt.
 
Schüler der Hauptschule brachten einen Überblick des geschichtlichen Werdeganges und der historischen Bedeutung der neuen Marktgemeinde:
 
Im Jahr 1160, somit vor 850 Jahren, taucht der Name „taufchirichin“ erstmals in einer Urkunde auf. Im ältesten erhaltenen Urbar von Passau wird in einer Liste von Meierhöfen auch Taufkirchen an der Pram genannt. Die erste Kirche, eine „Taufkirche“, dürfte aber bereits im 7. oder 8. Jahrhundert errichtet worden sein. Taufkirchen war somit eine der ersten Pfarren im weiten Umkreis, da in den Passauer Bistumsmatrikeln aus der Zeit des 13./14. Jahrhunderts außer Taufkirchen nur Raab und St. Florian/Inn angeführt werden. Bis zum Jahr 1784 gehörten auch Rainbach und Diersbach (mit Sigharting) zur (Alt)Pfarre Taufkirchen.

Fotos zur 850-Jahr- und Markterhebungsfeier finden Sie in der FOTOGALERIE.